Ein erstklassiges Frühlings-Wochenende in Genua!

Genua – nicht gerade das mainstream Reiseziel wie zum Beispiel Barcelona oder Rom. Trotzdem hatten wir, meine Freundin und ich, diese Stadt als unseren diesjährigen Städte-Trip ausgesucht. Italien, aber mal anders, jenseits von Florenz, Verona, Rom.

Bereits beim Landeanflug erinnerte mich die umliegende Küstenregion an das alte Italien, bekannt aus den 50iger-Jahre-Filmen, als sie alle Vespa fuhren, die Damen mit schmalen Taillen und Petticoats.

Allerdings nicht die Stadt Genua selbst, denn diese entpuppte sich auf dem ersten Blick aus dem Flugzeugfenster als ein echter Großstadt-Moloch. Bedauerlicherweise führt entlang des an sich malerischen, städtischen Küstenstreifens eine höher gelegt Autobahn oder Schnellstrasse, welche doch erstmal reichlich hässlich anmutet. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen!

thumb_IMG_7479_1024Denn sobald man die Altstadt betreten hat (die Altstadt ist ein absolutes MUSS!) taucht man ein in ein umtriebiges Labyrinth aus Gassen, schmalen Straßen und kleinen Plätzen. Es soll das größte noch bestehende mittelalterliche Stadtviertel Europas sein.

Manche Gassen sind so eng, dass kaum 2 Personen nebeneinander hindurch passen und da die vielen alten Häuser oft sehr hoch sind, bin ich mir fast sicher, dass in so einigen Gassen und auch Plätzen die Sonne vermutlich noch niemals den Boden berührt hat.

thumb_IMG_7531_1024Die „neuere“ und auch offenere Stadt weitet sich um die Piazza Ferrari aus – sollte man also aus dem Schatten auftauchen und ein bisschen Sonne geniessen wollen, ist man rund um die Piazza goldrichtig.

Sehr schön: die vielen überdachten Passagen mit ihren Rundbögen entlang der Strassen!

Tipp für eine kleine Rast: CAFFE‘ del TEATRO – Piazza Oriani 8 

Schön, um draußen zu sitzen, die Sonne zu genießen und die Leute zu beobachten. Das Essen ist für eine Kleinigkeit zwischendurch okay, und die Drinks sind auch gut.

Gerade mal um die Ecke findet man dann die Läden der großen und auch kleinen Brands und kann das Shopping-Herz befriedigen. Via Aprile und Via Roma laden ein zum sehr exklusiven Shoppen und die Via XX Settembre versorgt einen sowohl mit bekannten, höher-preisigen als auch mit den günstigeren Ketten wie Max & Co, Stefanel, H+M, Zara, Bata und so weiter. Die Vico Falamonica (man könnte sagen, eine Art „Fress-Gasse“, Foccacia-Läden, auch viele kleine Souvenir- und Ramschläden) führt von der Piazza Ferrarri hinunter zur Kathedrale San Lorenzo und weiter bis zum Hafen.

thumb_IMG_7573_1024Der Hafen, Porto Antico, ist dann erstaunlicherweise zu Fuß erkundet doch recht hübsch gemacht! Er liegt unter dieser Hoch-Autobahn, so dass man diese nicht mehr so stark wahr nimmt und den Hafen mit seinen vielen kleinen und großen Booten bewundern kann. Hier gibt es auch jede Menge Möglichkeiten, eine Pause einzulegen, zu essen oder auch nur etwas zu trinken – ich bevorzugte jedoch die kleinen ursprünglichen Restaurants in den engen Gassen. Wirklich selten habe ich so gut und so günstig wie dort gegessen.

Mein absoluter Favorit: La Taverna di Colombo – Vico della Scienza

Ein sehr netter Chef, der selbst bedient, mit mega tollen Essen zu sehr humanen Preisen. Der Hauswein ist fantastisch.

Enoteca Migone – Piazza San Matteo 6

Super Essen, tolle Weinauswahl und sehr nette Bedienung, die auch Englisch spricht. Minimal höher-preisig.

Trattoria Le Maschere – Via Al Ponte Calvi 2

Hier sind wir eher zufällig gelandet auf der Suche nach einem späten Mittagessen und es war ein echter Glückstreffer. Ein einfaches, typisch italienisches Restaurant mit schlichten, aber sehr leckeren Essen, als Gäste fast nur Einheimische, deshalb helfen Grundkenntnisse im Italienischen hier sehr. Die Spaghetti di Vongole sind ein Traum! Auch zu empfehlen: Trofie mit Pesto – Trofie sind eine Art Nudelspezialität aus Ligurien und sollte man unbedingt mal probieren.

Les Rouges Cucina & Cocktails – Piazza Campetto 8/a | First Floor

Tagsüber kaum zu sehen, da der Eingang auch in ein Museum führt. Abends fällt dann die aufgestellte Karte auf, die den Weg in den ersten Stock dieses alten Palazzos weist. Bestens für einen frühen Aperitif geeignet, bis 20Uhr bekommt man italienisches  Fingerfood dazu, was wirklich lecker ist. Gemütlich zum drinnen Sitzen, gerade bei schlechten Wetter.

Kleiner Tipp: wenn man für das Abendessen früh genug dran ist, also unmittelbar nach dem abendlichen Öffnen des Restaurants, hat man gute Chancen, auch ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen.

Unbedingt besuchen und geniessen:

Pasticceria Liquoreria Marescotti di Cavo – Via di Fossatello, 35r

Sie haben die besten Amarettini der Welt! Überhaupt ist die gesamte Keks-Auswahl ein Gedicht, wir haben sie alle durchprobiert!! Dazu ein leckerer Cappuccino – perfekt. Die Kekse sind auch super als Mitbringsel geeignet.

Die Altstadt von Genua hat viele, viele Kirchen, Unmengen Palazzi (besonders imposant in der Strasse Via Garibaldi) und Museen, und besteht gefühlt fast nur aus Altbauten mit einer Standard-Deckenhöhe von mindestens 4 Metern. Alleine diese sind (egal ob in Form von Museen, Hotels oder sonstigen Gebäuden) schon absolut sehenswert. Abends jedoch haben wir versucht, die engsten Gassen etwas zu umgehen – zwei Frauen alleine, da fühlte man sich in den teilweise doch sehr dunklen und engen Ecken nicht so ganz sicher.

Um sich einen schönen Überblick von oben zu verschaffen, bevor man sich von den engen Gassen erschlagen fühlt:

Funicolare Zecca – Righi

Das ist eine kleine Bahn, die an Seilen den Berg hochgezogen wird. Sie hat auf dem Weg nach oben 5 Haltestellen und die gesamt Fahrt hoch dauert ca. 15min. Der Aussichtspunkt direkt am Bahnende ist so lala, etwas verbaut – aber wenn man nach links ein paar hundert Meter läuft, kann man Genua phantastisch überblicken! Lohnt sich auf jeden Fall! Ticket ca. 1,50€ hin und zurück.

Ebenfalls einen Halbtages-Ausflug wert: Boccadasse, ca. 10km ausserhalb des Zentrums.

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Überall als „Fischerdörfchen“ beschrieben, aber dem wird es leider nicht gerecht. Es sind lediglich noch ein paar an die Felsen geklebte, bunte Häuser übrig mit einem kleinen Halbmond-Kiesel-Strand, ganz so wie man es aus den 50iger-Jahre Italo-Filmen (nun wären wir wieder da angekommen) kennt.

Darum herum ist es ein ganz normaler, städtischer Aussenbezirk. Zu erreichen mit Bus oder Taxi (ca. 20.-€), und auch zu Fuß möglich, immer entlang der Küstenstrasse. Am besten geht man gleich früh morgens los, sonst wird es sehr überlaufen sein und dort zu Essen kann man sich auch sparen. Ziemlich touristisch. Super jedoch: das Eis!

Anreise vom Flughafen per Taxi: ist am bequemsten und geht für ca. 25.-€

Allerdings sollte man beachten, dass das Taxi nicht überall hinfahren kann, dafür sind die Gassen zu eng! Wenn man also in der Altstadt wohnt, muss man möglicherweise die letzten paar Meter zu Fuss gehen.

Unser Hotel war das Hotel Le Nuvole Residenza d‘Epoca

http://www.hotellenuvole.it/main.php

und ist wirklich sehr schön.

Es ist kein typisches Hotel, sondern ein umgebautes Stockwerk eines alten Palazzos, bestehend aus den Zimmern, einen Aufenthaltsraum und einer Mini-Rezeption (die allerdings nicht immer besetzt ist). Alles neu renoviert und sehr geschmackvoll eingerichtet. Wir hatten uns ein Maisonette-Zimmer gegönnt, also oben schlafen und unten Badezimmer und Wohnzimmer. Alleine die Deckenhöhe dürfte bei gut 5m gelegen haben. Die Rezeption für die An- und Abreise sowie das Frühstück ist im benachbarten Palazzo, Hotel Grillo. Auch ein super schönes Gebäude. 

Fazit:

Es war ganz anders, als man es gemeinhin von Italien erwartet, weniger aufgehübscht und weniger schnieke. Trotzdem hat es uns gut gefallen und wir können es vorbehaltlos weiter empfehlen! Das Wetter war am Ende auch deutlich besser, als angekündigt, in Boccadasse war der Strand sogar sehr gefüllt.

Kann man besonders empfehlen für die, die immer von allem ein bisschen suchen: ein bisschen Sightseeing, ein bisschen Kultur, ein bisschen Shoppen, ein bisschen Natur und vorrangig gutes Essen und guten Wein!

   

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