Das Nest

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Cynthia D‘Aprix Sweeney

Ein amerikanischer Gesellschaftsroman im Heute angesiedelt, über die vier Geschwister Leo, Jack, Bea und Melody. Sie haben nicht mehr viel gemein, ausser dass sie darauf warten, endlich ihren Treuhandfond ausbezahlt zu bekommen.

Aber was passiert, wenn das Geld plötzlich weg ist, drei der vier jedoch ihre Lebensplanung genau auf den Erhalt dieses Geldes ausgerichtet haben? Der vierte, Leo, ist der Grund, warum davon kaum noch etwas übrig ist.

Man steigt mit unterschiedlichen Begebenheiten in den Alltag der doch sehr unterschiedlichen Geschwister ein und im Verlauf der Geschichte verweben sich diese Fäden immer dichter miteinander. 

Leo, der Egozentriker und Lebemann. Kurzfristig glaubt man an ihn und seine Änderung zum besseren Menschen, aber irgendwie kann er doch nicht aus seiner Haut.

Jack, der Antiquitätenhändler, möchte sich finanziell endlich seinem Ehemann ebenbürtig fühlen, zumal er heimlich eine Hypothek auf ihr gemeinsames Ferienhaus aufgenommen hat. 

Bea, die Leo schon immer am nächsten stand und nach wie vor von einer Karriere als Schriftstellerin träumt.

Melody, die für sich und ihre Familie die Idylle der nach aussen heilen Welt lebt.

Alle haben ihre Geheimnisse und ohne den erwarteten Geldsegen ein größeres Problem, als sie vor ihren Geschwistern zugeben. Doch gerade das Ausbleiben des Geldes erweckt sie aus ihrer abwartenden Starre und sie müssen sich neu orientieren. Dem einen gelingt dies besser, dem anderen weniger gut. Alle werden jedoch menschlicher und rücken als Familie wieder näher zusammen.

Ein Familienroman über die kleinen und großen Scharmützel unter Geschwistern in der gehobenen New Yorker Gesellschaft, mit all ihren Neurosen und Lebenslügen. Vier nicht unbedingt sympathische Personen mit Lebensentwürfen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Es hat bei mir dann tatsächlich eine ganze Weile gedauert, bis ich anfing, sie auch etwas zu mögen.

Jedoch gönnt die Autorin dem Leser ein Ende, in dem sich für alle vier Gutes finden lässt – auch wenn dieses Gute anders aussieht, als es sich die Geschwister am Anfang gewünscht haben.

Guter Schreibstil, unterhaltsam, manchmal witzig, manchmal bitterböse und nie langweilig – lesenswert!

4 Sterne.

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