Die Assistentinnen

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Camille Perri

In soziale Ungerechtigkeit und modernes Robin-Hood-Denken könnte man das Grundthema dieses Romans zusammen fassen.

Er prangert das in den USA schon lange übliche System der selbst bezahlten College-Ausbildung an, für die gerade jungen Menschen aus weniger gut betuchten Familien gleich zu Beginn einen hohen Kredit aufnehmen müssen, um überhaupt die Chance auf ein Studium zu haben. Wenn sie danach keinen adäquaten Job finden, nutzt all der Fleiss nichts und sie zahlen oftmals Jahrzehnte an ihren College-Schulden ab.

Im Buch geht es um Tina Fontana, die Tochter der ersten Generation einer Einwanderer-Familie in den USA. Sie lebt gehorsam und an das System angepasst, unsicher, will nicht auffallen. Nach ihrem mit einen Studien-Kredit bezahlten College-Abschluss wird sie die Assistentin von Robert Barlow, einen Medien-Mogul. Auch dort ist sie angepasst und still, fast ein graues Mäuschen, stets verfügbar und erfüllt ihren Chef gewissenhaft jeden Wunsch.

Doch selbst nach 6 Jahren lebt sie noch in einem feuchten, kleinen Appartement mit Mäusen in den Wänden und muss sich überlegen, in welcher Reihenfolge sie ihre monatlichen Rechnungen bezahlt, so dass ihr der Strom oder das Gas nicht abgestellt wird.

Bis sie durch einen ungewollten Zufall einen Scheck in der Hand hält, der ihr eigentlich nicht zusteht – jedoch ihren kompletten Studien-Kredit abbezahlen und ihr eigenes Leben deutlich entspannter machen würde. Für ihren Chef ist der Wert dieses Schecks lediglich ein erster Klasse Flug, bei dem er einfach noch ein paar Sitze mit buchen lies, damit er von niemanden gestört wird. Quasi nichts.

Nun ist sie hin und her gerissen, soll sie den Scheck einlösen, oder soll sie nicht?  Für sie wie eine Rettung, für Ihren Chef noch nicht mal ein Tropfen auf den heissen Stein. Und dann tut sie es.

Damit setzt sie einen Strudel an Ereignissen in Gang, in dem auch Emily und Margie Fischer aus der Buchhaltung eine entscheidende Rolle spielen.

Irgendwie hatte ich, auch aufgrund des Covers und des Klappentextes, ein humorvolles Buch erwartet, jedoch das genaue Gegenteil bekommen, für mich war es eher traurig und beklemmend.

Ich kann aber auch nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hätte – denn das stimmt nicht. Es liest sich gut, das Grundthema ist höchst interessant und es wird zum Ende hin noch richtig spannend (auch wenn die Lösung dann sehr einfach ist). Nur leider wurde ich nicht wirklich warm mit den Charakteren. Zu Tina fand ich einigermaßen einen Draht, aber schon bei Emily und auch Kevin gelang mir das nicht mehr, sie fühlten sich für mich eher hölzern und unecht und gefühllos an.

Das finde ich super schade, da die Geschichte an sich toll ist!

3 Sterne.

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