Moody Bitches

thumb_IMG_6506_1024

Julie Holland

Der Untertitel „Die Wahrheit über Pillen, die wir nehmen, den Schlaf, der uns fehlt, den Sex, den wir vermissen und was uns wirklich verrückt macht“ klingt gut! Das als „Handbuch für Frauen am Rande des Nervenzusammenbruches“ zu bezeichnen, fand ich ziemlich ironisch und humorvoll, was mich einen unterhaltsamen Ratgeber erwarten lies.

Diese Erwartung erfüllte sich nicht ganz, es ist informativ, hat aber nicht diese ironische Leichtigkeit, welche die Untertitel vermuten lassen.

Der Inhalt ist medizinisch trocken und für den Laien werden speziell die hormonellen Belange gerade im ersten Teil sehr ausführlich erklärt. Wir erfahren viel über die Botenstoffe im Gehirn und wie diese uns in Zeiten des Verliebtseins, der weiteren Entwicklung in einer langen Beziehung und in der Mutterschaft bis zur Menopause steuern.

Im zweiten Teil widmet sich die Autorin Stress, Heißhunger, Schlafstörungen und der Bekämpfung all unserer hormonell bedingten Gemüts- und Gefühlsschwankungen mit diversen Pillen. Ausserdem gibt es einen Sexratgeber, der sich sowas von absolut nüchtern mit den körperlichen Funktionen beschäftigt, dass ich das fast schon wieder lustig fand! Auch die Themen Sport und Schönheitswahn werden aufgegriffen. Insgesamt durchaus interessant und jeder wird vermutlich aus einem der angesprochenen Themen etwas für sich herausziehen können.

Man stellt im zweiten Teil jedoch schnell fest, dass dieses Buch vorrangig für den amerikanischen Markt geschrieben wurde. Obwohl immer mal wieder für die deutsche Übersetzung Sätze mit * angehangen werden, die in irgendeiner Form auf das deutsche Verhalten, die deutsche Statistik usw. verweisen, ändert das doch nichts daran, dass sich die hier genannten Probleme (jeder schluckt irgendeine Pille gegen irgend etwas, Therapiestunden bei einem Psychiater sind völlig normal und wer „nichts“ hat oder schluckt ist seltsam) nicht wirklich gut auf die deutsche Gesellschaft übertragen lassen.

Die Autorin selbst bringt es auf den Punkt: die Amerikaner machen 5% der Weltbevölkerung aus, schlucken jedoch 50% der weltweit verfügbaren Tabletten und 80% der weltweit verfügbaren Schmerzmittel. Es wird dann noch mit * angehangen „auch in Deutschland steigt der Medikamentenkonsum stetig“ – mir kam das aber eher wie ein Versuch vor, wenigstens etwas Bezug zum deutschen Markt herzustellen.

Trotzdem 4 Sterne, denn es ist inhaltlich gut und verständlich erklärt, auch wenn nicht alles bahnbrechend Neu ist, sofern man sich schon mal mit sich selbst, seinen Hormonen und Launen beschäftigt hat.

4 Sterne.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s