Sommer in Maine

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J. Courtney Sullivan

Drei Frauengenerationen einer Familie verbringen zusammen einige Wochen in einem Ferienhaus an der Küste Neuenglands. Es könnte so paradiesisch sein – doch zwischen den vier Frauen brodelt es unterschwellig gewaltig.

Großmutter Alice – ist missmutig und unzufrieden, sie fühlt sich vom Leben betrogen. Zu ihren Kindern hat sie keine enge Bindung und mit dem inzwischen sehr wertvollen Sommerhaus hat sie ganz eigene Pläne, die sie mit niemanden teilt.

Tochter Kathleen – ist eine trockene Alkoholikerin und hat sich von ihrer Mutter losgesagt. Inzwischen lebt sie auf einer Farm, die Dünger aus Wurmkot vertreibt, am anderen Ende des amerikanischen Kontinents. Ihr Leben mit einem Althippie ist jenseits jeglichen Glamours, aber glücklich.

Enkelin Maggie – Kathleens Tochter, musste sich ihr halbes Leben mit der Alkoholsucht ihrer Mutter herumschlagen und ist nun selbst schwanger. Der Vater zeigt keinerlei Verantwortungsgefühl und hat sich gerade von ihr getrennt.

Schwiegertochter Ann Marie – mit Pat, Sohn von Alice verheiratet. Sie kommt noch am besten mit Alice klar und möchte es auch allen anderen recht machen. Sie ist fast schon nervtötend selbstlos und unterwürfig.

Alice verbringt seit Jahrzehnten den Sommer in ihrem Ferienhaus in Maine. Es gibt eine genaue Einteilung nach Monaten, wann welches Kind mit der Familie den Urlaub dort ebenfalls verbringen darf. Diese Einteilung kommt vom Ann Marie und Pat, denn keine der Familien möchte mehr Zeit als nötig miteinander verbringen. Nun jedoch treffen dort alle vier Frauen zur gleichen Zeit aufeinander.

Die Familiengeschichte springt zwischen Rückblenden und der Gegenwart hin und her. Am Anfang werden die einzelnen Frauen mit ihren Sorgen, Nöten und Sehnsüchten vorgestellt, erst in der Mitte des Buches treffen sie tatsächlich aufeinander.

Die Protagonisten sind keine großen Sympathieträger, jedoch ist die Geschichte spannend und man will die einzelnen Personen unbedingt besser verstehen. Es gibt kein Happy End, am Schluss ist alles offen. Aber man bleibt mit dem Gefühl zurück, alles ist jetzt ein bisschen besser.

Ein unterhaltsamer, katholisch-irisch-amerikanischer Gesellschaftsroman, ein Buch, das hervorragend zu einem Sommerurlaub passt. Nicht unbedingt leichte Kost, aber trotzdem insgesamt gut zu lesen.

4 Sterne.

 

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