Eine Frage der Höflichkeit

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Amor Towles

Ein Gesellschaftsroman um Freundschaft, Irrtümer und Verrat im New York der späten 30iger Jahre. Erzählt wird die Geschichte rückblickend von Kate, fast 30 Jahre später.

Kate und Eve sind aus der Provinz und suchen ihr berufliches und privates Glück in New York. Sie möchten zur Upper Class gehören und stürzen sich selbstbewusst und lebenshungrig ins Berufs- und Nachtleben. Dort lernen sie Tinker kennen, einen jungen, reichen Mann, der sie in diese Gesellschaft einführen kann.

Die drei verbringen eine aufregende Zeit, pflegen einen dekadenten Lebensstil und geniessen die jugendliche Sorglosigkeit. Doch ein tragischer Unfall verändert ihr Leben entscheidend.

Eve ist egoistisch und manipulativ. Sie nutzt Tinkers Schuldgefühle nach dem Unfall aus und lässt sich auch von Kate auf ihr Krankenbett ewige Freundschaft schwören – wohlwissend, dass Kate und Tinker das eigentliche Paar, welches aus dieser Dreier-Freundschaft hervorgeht, wären. Trotzdem wird es sie nicht glücklich machen und am Ende wird sie beide verlassen.

Kate, die inzwischen erkannt hat, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss, arbeitet sich in ihrem Job langsam nach oben, mit Intelligenz und Geschick, Stück für Stück. Eine große Leistung für eine Frau in der damaligen Zeit.

Ihren Weg kreuzen neue Freunde und andere Männer, aber es dauert noch lange, bis sie ihre eigene Richtung über viele Umwege findet.

Der wahre Tinker offenbart sich, eher zufällig und ungewollt, erst ganz am Ende.

Man bildet sich bereits früh ein Urteil über die einzelnen Charaktere, doch wird man irgendwann feststellen, dass es ihnen allen nicht gerecht wird.

Es war toll, in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der späten 30iger Jahre einzutauchen mit seinen Regeln und Konventionen. Eine Zeit, in der man weniger mit Talent und Können als durch Beziehungen und den richtigen Freunden nach vorne kam und in der Musik, Bars und Spass im Vordergrund standen.

Eine für mich wirklich ganz besondere Freude, dieses Buch in seiner bildhaften Sprache zu lesen. Ein sehr schöner, klarer Schreibstil, so dass sich die Bilder um diese fesselnde Geschichte von selbst im Kopf aufbauen und man völlig darin abtaucht.

5 Sterne. Sehr empfehlenswert.

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