Ausgebrannt

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Andreas Eschbach

Auch wenn es bereits 2008 erschienen ist, hat es inhaltlich nicht an Aktualität verloren.

Ein Wirtschafts-Krimi, gespickt mit Fakten. Eine Fiktion, die vielleicht nicht mehr weit entfernt ist: das Erdöl ist so knapp, dass es und alles, was daraus gemacht wird, für den normalen Verbraucher unbezahlbar ist. Erdöl verbrennen zur Fortbewegung? Undenkbar.

Die Geschichte spinnt sich um Markus Westermann, der den amerikanischen Traum der unbegrenzten Möglichkeiten träumt, dafür nahezu alles tut und auch Erfolg hat. Dann jedoch ist dieser Traum schneller ausgeträumt, als ihm lieb ist.

Der Krimi gliedert sich in zwei Teile:

Der erste ist eine Schilderung verschiedener Personen in zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart, bevor das Öl zum Luxusgut wird. Es ist eine sehr deutliche Darstellung, wie wir als Konsument keinerlei Bewusstsein für das endliche Erdöl haben. Dieser Teil ist mit vielen Information über politische Zusammenhänge rund um das Erdöl, Geophysik sowie die Funktionen der Bohrtürme gespickt, manchmal etwas trocken und sehr ins Detail gehend.

Die verschiedene Personen haben am Anfang noch keine erkennbare Verbindung zueinander. Das macht es nicht so ganz einfach, die Übersicht zu behalten. Der rote Faden tritt erst nach und nach zutage.

Der zweite Teil zeigt die Veränderung der Welt, als klar wird, dass das Öl knapp ist und Alternativen schnellstens gefunden werden müssen.

Die genannten Fakten, wofür Öl tatsächlich alles gebraucht wird und die Prognosen, was das für die Nahrungsmittelindustrie bedeutet und welche Auswirkungen es auf die gesamte Erdbevölkerung haben könnte, auch auf deren Gesundheit mangels  Medikamente, sind erschreckend.

Nun nimmt das Buch richtig an Tempo auf, wird sehr spannend und dramatisch.

Markus Westermann ist eine Person, die nicht unbedingt sofort Sympathien  weckt und seine Methoden sind manchmal fragwürdig, deshalb ist es auch nicht einfach, sich in der Geschichte auf ihn einzulassen. Sein Partner Block ist ein ebenso schwieriger Charakter, mit dem man sich nur schwer anfreunden kann.

Und trotzdem wird man vom Geschehen mitgerissen.

Der Schluß zeigt uns eine mögliche Version über das Ende der globalisierten Welt, wie wir sie kennen.

Man legt das Buch aus der Hand und fängt tatsächlich an, darüber nachzudenken, wie wertvoll ein Kugelschreiber ist.

4 Sterne.

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