Drei Tage Manhattan – Begleitung gesucht

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Von Tasmina Perry.

Eine schöne, herzerwärmende, aber auch stellenweise traurige Geschichte. Es geht um zwei Frauen und zwei Schicksale in zwei völlig unterschiedlichen Zeiten.

Amy, eine junge New Yorkerin, lebt in London und hat von ihrem Verlobten den Laufpass bekommen, gerade, als sie eigentlich seinen Heiratsantrag erwartete.

Georgia, eine zweiundsiebzigjährige Britin durch und durch, vornehm und kultiviert, möchte einmal in ihrem Leben nach New York reisen und sucht dafür eine Begleitung.

Wer könnte dafür besser geeignet sein als die junge New Yorkerin, die absolut nichts gegen etwas Ablenkung hat, noch dazu, wenn sie so gut bezahlt wird? Ausserdem kommt  es ihr sehr gelegen, da sie auf diesem Wege auch die Möglichkeit hat, endlich mal wieder ihre Eltern zu sehen, die in Queens leben.

Zusammen beginnen sie ihre Reise, und als Georgia in der weihnachtlich geschmückten  Stadt von Amys Liebeskummer erfährt, erzählt sie Amy auch von ihrer eigenen, tragischen Liebesgeschichte im London der späten 50iger Jahre.

Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen unterteilt, was sie nochmal interessanter und spannender macht. Man taucht ein in die Zeit der Ballsaison und Debütantinnen im London der späten 50iger Jahre, die Welt der Studenten und Partys, als die Eltern noch nach dem richtigen Ehemann für ihre Töchter suchten. All die Hoffnung und Tragik, die Aufbruchstimmung und ja, auch die ersten Zeichen der Emanzipation, rissen mich regelrecht in die Geschichte hinein.

In der Gegenwart erlebt man, wie sich Amy und Georgia langsam näher kommen und Amy unter Georgia heran reift.

Georgia lernt durch die – erst ungewünschte – Einmischung von Amy, die Vergangenheit zu akzeptieren, auch wenn sie nicht verzeihen kann. Und es ist  sehr gut nachvollziehbar, dass es ihr nicht möglich ist, den noch lebenden Personen ihre Tat zu verzeihen.

Ein gefühlvoller Roman, sehr schön geschrieben, einmal angefangen war es  schwer, das Buch nochmal aus der Hand zu legen.

Auch wenn das Buch nicht so endet, wie ich es mir erhofft hätte, so war das Ende trotzdem perfekt.

Noch lange, nachdem ich das Buch beendet hatte, kam mir immer wieder Georgias tragische Lebensgeschichte in den Sinn und wie schnell ein kurzer Moment des Neides ein ganzes Leben zerstören kann.

5 Sterne. Sehr empfehlenswert.

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