Der Tag, als wir die Erde drehten

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Von Valérie Tong Cuong.

Ein Roman so wunderbar, lebensbejahend und verrückt! Die Leben völlig unterschiedlicher Menschen verknüpft der Zufall miteinander und plötzlich dreht sich die Erde für alle in die richtige Richtung.

Da gibt es Marylou, eine Sekretärin und alleinerziehende Mutter, die wichtige Unterlagen zu einem Meeting ihres Chefs bringen muss, sich damit aber verspätet, weil die Metro auf Grund eines Personenschadens plötzlich still steht. Sie befürchtet, ihren Job zu verlieren – tatsächlich rettet ihr diese Verspätung das Leben.

Dann ist da Tom, ein Filmproduzent, dem ein Hund ins Fahrrad läuft, wodurch er schwer stürzt. Dieser Unfall kostet ihn fast das Leben.

Der Hund wiederum gehört zu Clara, einer Juristin, die endlich mal etwas Neues wagen will und sich ein Veilchen-Macaron bestellt. Ein allergischer Anfall bringt auch sie in die Notaufnahme.

Das letzte Veilchen-Macaron der Patisserie hatte ihr ein älterer Herr, Albert, großzügig überlassen. Albert nimmt wegen des Personenschadens in der Metro ein Taxi und ist dadurch etwas zu früh bei seinem Anwalt. Nicht nur durch seine Ankunft wenige Minuten früher bekommt sein Leben eine völlig neue Wendung.

Rechtsanwältin Prudence muss nun ihre Chefin vertreten, die in der Notaufnahme mit ihrer Allergie fest sitzt.

Und am Ende ist da noch Charlie, der Auslöser für alles.

Als Leser tastet man sich Kapitel für Kapitel voran, bis man am Ende die feine Komposition der Geschichte erkennt.

Ein Wunder an französischer Leichtigkeit, trotz aller Tragik.

Die ersten Kapitel widmen sich den einzelnen Personen und erzählen, wie das Leben sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Nach und nach treffen sie im Krankenhaus aufeinander und die Schicksale verbinden sich.

Der Schreibstil ist sehr schön, man wird von der ersten Seite an tief in die Geschichte hinein gezogen. Es ist fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen!

Manchmal befürchtete ich, nicht Schritt halten zu können mit den vielen verschiedenen Handlungssträngen, aber immer gerade zur rechten Zeit hat die Autorin mich wieder zum roten Faden der Geschichte zurück geführt.

Am Ende habe ich es mit einem glücklichen Lächeln zugeklappt, auch wenn ich mich gedanklich noch nicht von den Protagonisten trennen mochte.

Ein Buch, das lange nach hallt.

5 Sterne. Absolut empfehlenswert.

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