Der Circle

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Dave Eggers.

Am häufigsten wird es als das „1984“ für das Internet-Zeitalter betitelt.

George Orwell: 1984 

Eine düsteres Zukunftsszenario über das Leben in einer totalitären Gesellschaft, 1948 geschrieben. Am Anfang ein etwas trockener Erzählstil, bevor es Fahrt aufnimmt. Das Ende: deprimierend. Erschreckend: wie nahe diese Beschreibung aus 1948 der späteren kommunistischen und diktatorischen Systeme kam, wie zum Beispiel der DDR. Er war ein wirklicher Visionär.

Im Vergleich: Der Circle

Es geht um die 24-jährige Mae, die einen Job in der tollsten Firma der Welt bekommen hat und damit überglücklich ist.

Alle großen Konzerne wie Google, Facebook, Twitter, Amazon wurden fusioniert (sie werden natürlich nicht beim Namen genannt, dies bleibt der Phantasie des Lesers überlassen) und sind nun der Circle, eine gigantische Datensammlungs-Maschine.  Kunden „müssen“ jetzt nur noch eine Internet-Identität haben, der Circle verwaltet alle Daten, Passwörter, Profile, Handydaten usw. – natürlich nur zum Wohle der Menschen und völlig uneigennützig. Für das leibliche und soziale Wohl aller Mitarbeiter ist auf dem Firmen-Campus mehr als gut gesorgt.

Es ist erschreckend, auch wenn alles ganz harmlos anfängt. Mae wird mehr und mehr manipuliert, fügt sich, treibt mit ihren Ideen und dem Glauben an die gute Sache die totale Überwachung voran und steigt innerhalb des Firmen-Gefüges schnell auf. Am Ende steht die totale Überwachung, die völlige Transparenz eines ganzen Landes.

Ich musste das Buch immer wieder weglegen, weil ich einfach nicht weiter lesen wollte. Was nicht nur an der teils zähen Handlung speziell in der ersten Hälfte des Buches, den vielen Wiederholungen und den echt sehr langen Kapiteln ohne Absatz lag, sondern auch daran, weil mich die schon fast schmerzhafte Naivität Maes, die doch eine überragende Intelligenz besitzen soll, nervte. Allerdings möchte man dann doch wissen, wie es endet.

Für mich eine interessante Thematik, die man spannender hätte umsetzen können. Eine zweite Hauptperson mit einem weiteren Handlungsstrang hätte das Ganze schon deutlich aufgemischt.

Man könnte, nachdem man dieses Buch gelesen hat, durchaus eine Art Verfolgungswahn entwickeln. Und seine diversen Vernetzungen im world wide web mal wieder etwas genauer unter die Lupe nehmen.

4 Sterne. Meiner Meinung nach reicht es nicht an 1984 heran.

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